Kellermann: Tersteegens Gemeinschaft auf der Otterbeck und ihre Regeln - eBook
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Ulrich Kellermann
Tersteegens Gemeinschaft auf der Otterbeck und ihre Regeln
Frömmigkeit zwischen eremitenhaftem Quietismus und geschwisterlichem Pietismus
256 Seiten
ISBN:
978-3-7858-0907-5
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Der Mülheimer Laientheologe und Prediger Gerhard Tersteegen (1697 –
1769) hat eine klosterähnliche Kommunität gegründet als demonstratives
Vorbild für die Frömmigkeit der Kirche seiner Zeit. 1727 begann er mit
den Berufungen von Brüdern und Schwestern in das Haus auf der Otterbeck
(bei Heiligenhaus). In ihm sollte ein jeder den privaten Raum für die
Frömmigkeit, die Tersteegen vorlebte, finden und wahren: Abkehr von der
Welt, Herzensgebet, Schweigen und andere Übungen zur Erfahrung der
Gegenwart Gottes auf dem Seelengrund.
Der Band stellt die
inspirierenden Vorbilder Tersteegens für diese Gründung vor und
schildert die Konflikte innerhalb der Gemeinschaft: Tersteegen allein
bestimmte „väterlich autoritär“ ihre Lebensweise, allerdings nur per
Briefpost aus dem entfernten Mülheim. 1732 sah er sich genötigt, eine
Hausordnung zu schaffen – Vorbild war hier Benedikt von Nursia u.a. In
den späten 40er Jahren stellte Tersteegen resigniert zunehmend den
Briefkontakt ein: Er sah sein Werk auf der Otterbeck gescheitert.
Textgrundlagen
der Studie bleiben die 2008 von Gustav A. Benrath edierten
Tersteegenbriefe und drei überlieferte Abschriften der Otterbeckregel.
Sie gehört zu den wenigen Zeugnissen des die leibhaftige
geschwisterliche Gemeinschaft scheuenden Predigers, die eine gewisse
Nähe zum gemeinschaftsbetonenden Pietismus verraten.